Bisher hieß Digitalisierung: ausschreiben und warten
Wer in einer Destination eine neue digitale Lösung braucht, kennt den Ablauf: Anforderungen festhalten, Ausschreibung veröffentlichen, Angebote vergleichen, Zuschlag erteilen und dann auf das Ergebnis warten. Dabei fließen viele Monate Arbeit ein: Fachabteilungen schreiben Lastenhefte, Jurist:innen prüfen die Vergabeunterlagen, Angebote werden bewertet, Gremien stimmen zu. Zeit, Personal und Budget sind damit lange gebunden, bevor eine beauftragte Agentur überhaupt mit der Projektarbeit beginnt. Am Ende steht oft ein Ergebnis, das den ursprünglichen Bedarf nur teilweise trifft, weil sich über viele Monate zwischen Pflichtenheft und Umsetzung vieles verändert hat.
Der alte Weg hatte seine Berechtigung. Er schafft Transparenz, schützt vor Fehlentscheidungen und ist bei öffentlichen Auftraggeber:innen oft verpflichtend. Doch er setzt voraus, dass man vorher genau weiß, was man braucht. Mit KI wird diese Annahme zunehmend fragwürdig. Wer Ideen schneller testen kann, als sie zu beschreiben, gewinnt Gestaltungsspielraum. Die meisten Möglichkeiten zeigen sich erst, wenn man sie ausprobiert.