Barrierefreiheit beginnt im Kopf – und im Code

Violetta Hein
5. August 2026
ca. 10 Min.
Barrierefreiheit
Digitalisierung
one.web
Barrierefreiheit ist kein Bonus für ein paar wenige – sondern Voraussetzung für eine Gesellschaft, die alle mitdenkt.
– Raúl Aguayo‑Krauthausen

Ein treffendes Zitat, das den Kern digitaler Verantwortung auf den Punkt bringt. Denn Barrierefreiheit ist längst kein Randthema mehr, sondern eine Grundlage für ein inklusives Internet – auch im Tourismus. Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das seit Mitte 2025 greift, wächst der Handlungsdruck: Webseiten und digitale Services müssen künftig so gestaltet sein, dass sie von allen Menschen, unabhängig von Einschränkungen oder technischer Ausstattung, genutzt werden können.

Ein Gesetz mit Signalwirkung

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet Unternehmen, öffentliche Stellen und Dienstleister zur digitalen Teilhabe. Für Touristiker:innen bedeutet das: Wer Gäste online informieren oder Buchungen ermöglichen möchte, muss sicherstellen, dass Kontraste lesbar, Navigationen klar und Inhalte per Tastatur oder Screenreader zugänglich sind. 

Doch jenseits der juristischen Perspektive steckt eine viel größere Chance – nämlich, den digitalen Dialog mit möglichst vielen Menschen zu öffnen.

„Barrierefreiheit wird oft als Pflicht verstanden. Tatsächlich ist sie ein Qualitätsmerkmal, das jeder Website guttut – von der Nutzerfreundlichkeit bis zur Suchmaschinenoptimierung“, erklärt Thomas Brumloop, Geschäftsführer von digi·access. „Gerade im Tourismus entscheidet die Zugänglichkeit von Informationen oft über den ersten Kontakt mit einem potenziellen Gast.“

Weniger Hürden, mehr Begegnungen

Digitale Barrierefreiheit heißt nicht nur, Inhalte vorlesen zu lassen oder Schriftgrößen anzupassen. Es geht um Verständlichkeit, Orientierung und Fairness – für alle. Denn Barrieren betreffen längst nicht nur Menschen mit dauerhaften Einschränkungen – auch ältere Nutzer:innen, Personen mit befristeten Verletzungen oder geringer digitaler Erfahrung profitieren unmittelbar.

destination.one setzt hier bereits vor dem Inkrafttreten des BFSG auf ein barrierearm programmiertes Website‑Produkt, das bis heute kontinuierlich auf Stand gehalten wird. Ein wichtiger Partner dabei: digi·access. 

Zwei Ansätze, ein Ziel: Barrierefreiheit als Prozess

digi·access, Partner von destination.one, kombiniert zwei Komponenten, die technische und strategische Barrierefreiheit miteinander verbinden: das digi·smartPlugin und den digi·accessMonitor. 

Das Plugin erkennt vorhandene Barrieren auf einer Website und reduziert diese – soweit technisch automatisierbar – direkt und automatisch. Der Monitor ergänzt diesen Ansatz, indem er Barrieren kontinuierlich analysiert, dokumentiert und priorisiert. So wird transparent, wo automatisierte Verbesserungen greifen und wo manuelle Anpassungen notwendig bleiben. 

Weil sich Websites laufend verändern, ist dieser kontinuierliche Prozess entscheidend: Nur wer Barrierefreiheit regelmäßig überprüft und nachvollziehbar dokumentiert, schafft langfristig eine inklusive digitale Umgebung.  

Auch in der Praxis wird das deutlich: 

Margret Hedder, Geschäftsführerin der Bispingen Touristik GmbH, berichtet:

„Ein barrierefreier Webauftritt ist das digitale Aushängeschild unserer gelebten Gastfreundschaft in der Lüneburger Heide. Dank digi·access und der Expertise von destination.one sind unsere Websites  www.bispingen.de, gemeinde.bispingen.de und www.erlebniscard-lueneburger-heide.de nun für alle Menschen zugänglich. Schnell umgesetzt und mit einem enormen Mehrwert für unsere Gäste. Top!“

Hilfreiche Tools – kein Ersatz für Strategie

Neben spezifischen Lösungen wie digi·access gibt es verschiedene weitere Ansätze, um Websites zugänglicher zu gestalten – von automatisierten Prüfanwendungen über KI‑gestützte Optimierungen bis hin zu Simulationen für visuelle oder motorische Einschränkungen. Diese Tools bieten Orientierung und können Barrieren sichtbar machen, ersetzen jedoch kein ganzheitliches Accessibility‑Management oder die redaktionelle Verantwortung für Inhalte. 

Thomas Brumloop betont: „Barrierefreiheit sollte nie als einmaliges Projekt verstanden werden, sondern als Prozess. Entscheidend ist, sie in die digitale Strategie einer Destination einzubetten – und regelmäßig zu messen, was sich verbessert hat.“

Barrierearme Redaktion – eine Gemeinschaftsaufgabe

Neben der technischen Zugänglichkeit spielt die redaktionelle Barrierearmut eine zentrale Rolle. Texte, Bilder und Daten müssen klar formuliert, korrekt ausgezeichnet und leicht navigierbar sein. 

destination.one unterstützt hier nicht nur durch die technische Plattform selbst, sondern auch mit praxisnahen Ressourcen. In der Wissensdatenbank finden sich konkrete Anleitungen, wie Redakteur:innen ihre Inhalte barrierearm gestalten – Schritt für Schritt erklärt unter: 

https://help.destination.one/portal/de/kb/articles/redaktionelle-pflege-im-hinblick-auf-die-barrierearmut-einer-website

Von der Pflicht zur Haltung

Der wichtigste Aspekt digitaler Barrierefreiheit liegt nicht im Gesetzestext, sondern im Bewusstsein. 

„Barrierefreiheit ist kein Zustand, sondern eine Haltung“, sagt Thomas Brumloop. „Im Moment, in dem wir anfangen, Nutzer:innen aktiv mitzudenken, entsteht ein ganz neues Qualitätsverständnis. Das spüren die Menschen – und das zeigt sich auch im Erfolg von Destinationen.“

Fazit

Barrierefreie Websites sind keine Vision mehr, sondern Realität – und sie machen den digitalen Tourismus zukunftsfähig. Ob Gesetz, Technik oder Redaktion: Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Verantwortung, klugen Tools und kontinuierlicher Pflege. 

destination.one zeigt, dass Barrierefreiheit im Web erreichbar ist – wenn wir alle mitdenken.

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Violetta Hein
Projektmanagerin bei destination.one
Bereits seit 2014 unterstützt die gelernte Marketingkauffrau Violetta Hein tatkräftig das destination.one Team. Mit Engagement und Dynamik begleitet sie die Kunden auf der Reise von der Konzeption bis hin zur programmiertechnischen Umsetzung der Website. Im Fokus stehen dabei immer ein reibungsloser Projektprozess und die damit verbundene Kundenzufriedenheit.